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 WISH YOU WERE HERE 

 Eine solidarische Künstler*innenaktion  

 27. April - 30. August 2020 

Vom 17. März bis zum 16. September 2020 musste das Gebäude der Schaubühne Lindenfels für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben - zunächst im Zuge der Eindämmung der Corona-Pandemie, danach wegen umfangreicher Baumaßnahmen.  Es war die Zeit für „Wish you were here“: Unter diesem Titel haben wir eine Aktion ins Leben gerufen, die sowohl an unser Publikum als auch uns verbundene Menschen & Partner*innen gerichtet war. Mit ihr wollten wir Künstler*innen unterstützen, mit denen wir gerne und regelmäßig zusammenarbeiten, und ihnen die Möglichkeit bieten, bei uns im Haus (d.h. im Außenbereich, in den Schaukästen, auf den Websites u.a.) aktiv zu bleiben.  Im Wochenrhythmus präsentierten wir vier Monate lang ihre kreativen und künstlerischen Auseinandersetzungen mit:  a) der Situation und den Gedanken, die sie zu dieser Zeit bewegten b) ihrem Blick auf die Gesellschaft oder die Stadt, in der sie leben c) einer Utopie/Dystopie bzgl. der kommenden Monate und Jahre d) oder oder oder...  Die Arbeiten reichten von Texten und Bildern bis zu Hörstücken und interaktiven Online-Projekten.

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 27. April – 3. Mai 

 

Kaśka Bryla

CHRONIK EINES AUSNAHMEZUSTANDES 

 

Auszug: "Die Leipziger Buchmesse wurde sehr spät, aber dann doch abgesagt. Wir denken noch: Großveranstaltung und so, scherzen ein wenig darüber. Es betrifft uns ja nicht direkt. Die Zahlen aus Italien sind zwar beunruhigend, aber noch nicht alarmierend. Die EU-Außengrenzen, die Lager auf Lesbos beschäftigen uns mehr." 

 

 

www.residenzverlag.com/blog

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 04.  – 10. Mai 

 

Angelika Waniek & Olga Vostretsova

PAUSE

 

Molton, Lametta, eine Bewegung, die zum Stillstand gebracht wird. Waniek und Vostretsova performen die Pause und nicken der Tänzerin Valeska Gert über das Jahrhundert hinzu. 1920 tanzte die Künstlerin die Pause, die während des Filmrollenwechselns im Kino entstand, indem der Überlieferung nach sie ihre Bewegung unterbrach. 2020 ereignet sich, so scheint es, auch ein Filmwechsel, nur dass wir nicht wissen können, wann die Fortsetzung erfolgt.

 

 

„Außer Frage stand dabei nur, dass man unmöglich ein wirkliches Verhältnis zum Wesen der Humanität haben konnte, wenn man derart über Heldentum dachte, oder genauer gesagt, an ihm vorbei dachte.“ (nach Victor Klemperer in "LTI")

 11.  17. Mai 

 Philipp Kronenberg 

 Neues Kuenstler Theater 

Digitale Kollagen

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Der polnische Autor Antoni Sobański reist von 1933–1936 als Journalist nach Berlin. In seinen Texten beschreibt er die Entwicklungen im Vorkriegsdeutschland, nicht ahnend, zu welcher Katastrophe diese führen werden.  

 

https://vimeo.com/showcase/nachrichtenausberlin

 11. – 17. Mai 

 Neues Kuenstler Theater 

Eine literarische Mini-Serie

 19. – 24. Mai 

 

Hermann Heisig

Passantinnen, Passanten, Passengers

 

Als eine Art Stadtfunk en miniature entwickelte er ein „Aufmerksamkeitstraining für ungewöhnliche und gewöhnliche Situationen“, das via Lautsprecher in den Stadtraum unmittelbar vor der Schaubühne übertragen wurde. Selbstgemachte Bewegungsanweisungen und Melodien als Loop zum Mit- Stehen, Mit- Drehen, Mit- Summen...

 

 

00:00 / 19:42


In seinem Hörstück beschäftigt er sich mit der Faszination des leeren Theaters: Die verlassene Bühne als Ort, an dem die Welt neu gedacht und das Zusammenleben umgestaltet werden kann.

 

 26. – 31. Mai 

 

David Jeker

Leere:Raum:Theater

 

GEDANKEN VERLOREN SEIN IST EINE CHANCE ..
LOSLASSEN ..
AUFTRITT DER BUCHSTABEN .. WORTE .. GEDANKEN .. GESCHICHTEN ..
THERAPEUTISCHES SPIEL .. GEDULD FÜR DIE HEILKRÄFTE ..
DER GESCHICHTEN .. GEDANKEN .. WORTE .. BUCHSTABEN .. ...
SELBST SATZZEICHEN .. RICHTIG ANGEORDNET ..
HÜPFENDE PUNKTE .. KÖNNEN LACHEN .. WEINEN .. RÜHREND SEIN ..
ODER ZUR VERZWEIFLUNG TREIBEN .. WENN
DIE SEMMELKOLIONS SICH HÄUFEN ..


 

 

 02.  – 07. Juni 

 

Ray Pur Zwieback

Gedanken verloren 

 

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Lisa Schiller-Witzmann

 02.  – 07. Juni 

 

 Spielraum

ALS ICH 2010 VON RENÉ REINHARDT GEBETEN WURDE, FÜR EIN NEUES KÜNSTLERISCHES FORMAT DER SCHAUBÜHNE EINEN WEISSEN WÜRFEL ZU BAUEN, AHNTE ICH NICHT, DASS DIESER GEOMETRISCHE KÖRPER DAS OBJEKT WERDEN WÜRDE, DAS MICH BIS HEUTE BESCHÄFTIGT. ICH ZEIGE HIER EINE AUSWAHL DER ARBEITEN, DIE IN DIESEM KUBUS BZW. IN SEINER VERVIELFÄLTIGUNG ENTSTANDEN SIND. 

 

AM ANFANG STAND EIN WEISSER QUADER,EIN WEISSER KUBUS, EIN LEERER WEISSER RAUM. ZUNÄCHST WURDE DIESER ALS MINIATURGALERIE VON ANDEREN KÜNSTLERINNEN BESPIELT. DANN STAND ER WIEDER DA. WEISS. LEER.EIN LEERES "BLATT"........

 

DAS SPIEL MIT DEM "WÜRFEL" BEGANN. BALD WAREIN FILMSET, BALDEINE BÜHNEEIN DIORAMAODEREINE INSTALLATION. DER BETRACHTER KONNTE NUR SCHAUENDER UND HÖRENDER SEIN ODER WURDE SELBST AKTIVER PARTNER DER INSZENIERUNG. 

 

DIE SELBE KUBATUR MIT EINER VIELZAHL VON MÖGLICHKEITEN FÜR THEATRALE RÄUME , KUNSTWELTEN, DENKRÄUME. DAS MODELL IST DER SPIELRAUM UND LÄSST UNS, DEN BETRACHTERN, RAUM ZUM SPIELEN, WIR KÖNNEN ERINNERN UND IMAGINIEREN: DIE BEGEGNUNG MIT DIESEM RAUM, IN DIESEM RAUM, KLÄNGE, FARBEN, WORTE, ATMOSPHÄREN...

 

JETZT INNEHALTEN. FREIRAUM SCHAFFEN FÜR EIN NEUES SPIEL.

DAS LEERE "BLATT" STEHT VOR MIR.

„AM ANFANG STAND EIN WEISSER QUADER,
EIN WEISSER KUBUS,
EIN LEERER WEISSER RAUM.
ZUNÄCHST WURDE DIESER ALS MINIATURGALERIE VON ANDEREN KÜNSTLERINNEN BESPIELT.
DANN STAND ER WIEDER DA.
WEISS. LEER.
EIN LEERES "BLATT"........

DAS SPIEL MIT DEM "WÜRFEL" BEGANN. BALD WAR EIN FILMSET, BALD EINE BÜHNE EIN DIORAMA ODER EINE INSTALLATION.“

R.C. Ryssel gibt einen seltenen Einblick in die vielen Wesen, Welten und Wunder, die in seiner Zeit bei den Buchkindern entstanden sind. Zum ersten Mal begegnen sich Opernschnecke und Tassenwolf - und sollten Sie sich je gefragt haben, wie es zu ominösen Kornkreisen in Getreidefeldern kommt, wovon Menschen mit Taubenphobie träumen und was ein vermutlich magisches Huhn in einem Fahrstuhl macht, dann bekommen Sie hier vielleicht ein paar absurd-plausible Erklärungen.

 23.  28. Juni 

 Buchkinder Leipzig e.V.

 

Einiges eigentlich ordnenswürdig-Ungeordnetes ein wenig ordentlich umgeordnet 

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 04. – 07. Juli 

 

Irina Pauls, Ildikó Tóth und

Matthias Engelke

Absenz

 

 

 

 14. 19. Juli 

 

John Moran & Emily Yabe

Für [Name] – ein virtuelles Streichquartett 

"Als Komponist und Theaterkünstler habe ich die letzten 35 Jahre damit verbracht, das zu verfolgen, was man wirklich als "experimentelle" Musik und Choreographie bezeichnen könnte, kombiniert mit ständig aktualisierter Tontechnik. Und obwohl ich hier nicht viel genauer darauf eingehen möchte, wurden die Werke, für die ich bekannt bin, oft als "hochmoderne" Kompositionen bezeichnet - in einem Ausmaß, dass ich oft mit Kritikern darüber streiten musste, ob sie überhaupt als Musik angesehen werden können.“  

 

https://johnmoran.bandcamp.com/album/f-r-name-a-virtual-string-quartet

 

 

00:00 / 02:02

 20. – 26. Juli 

 

Ginevra Panzetti

Domestic Sculpture in a Time of quarantine  

 

Das ist das Ergebnis einer Fluchtübung. Die Serie ist als tägliche Übung entstanden, einer Bewegungsübung des Blicks innerhalb eines stillen und erzwungenen Ortes. Diese Übung besteht in der täglichen Auswahl eines oder mehrerer im Wohnraum vorhandener Objekte und deren figurativer Neuerfindung durch freies ästhetisches und symbolisches Assoziieren. In einer Zeit, in der der reale Transit und die Entdeckung physischer Landschaften fehlen, wird die Aktivierung des Blicks durch den erneuten Besuch des Offensichtlichen zu einer phantasievollen Praxis, die eine spielerische Überschreitung der durch die vier Wände auferlegten Grenzen darstellt.

 

 

 28. Juli 2. August 

 

Hauen und Stechen

Adieu Adieu

 

Eine Heldin muss los: Getrieben von Engelsstimmen und metaphysischer Neugierde stülpt Jeanne D'Arc ihr Badezimmer nach außen. Denn das Herz der Welt schlägt in ihrem Inneren, unter Wasser. In dem Musikvideo von "Hauen und Stechen" entdeckt die Sopranistin Vera Maria Kremers als Jeanne D'Arc übermenschliche Kraft in der Isolation und eine Luke in die Freiheit.

 

 

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 11. 16. August 

 

August Lea Moro

Alle Augen staunen

Während im Studio das Tanzstück „Alle Augen staunen“ für junges Publikum von Choreografin Lea Moro und ihrem Team entwickelt wurde, wurde gleichzeitig ein begleitender Instagram-Account eröffnet. Dort wartet eine Landschaft voll von wundersamen Informationen und Illustrationen, kniffligen Quiz-Fragen und geheimen Einblicken in den Kreationsprozess.

 

 

 https://www.instagram.com/alloureyesbelieve

 

 

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Alltagsgegenstände wirken plötzlich angstbesetzt, Distanz bedeutet Schutz, Nähe wird zur Gefahr, die globale Welt erscheint als zerbrechlicher Corpus, dessen Einzelteile sich in unvermeidlicher Abhängigkeit befinden und dennoch in Isolation zurückgeworfen werden. Soziale Gräben vertiefen sich. Der Paradigmenwechsel unserer Gesellschaft im Angesicht der Corona-Pandemie betrifft uns alle mit all unseren Sinnen. "Papillons de peur" (ver)sucht die Berührung des Betrachters auf mehreren Ebenen. Zitate aus verschiedenen Zeitaltern greifen Diskurse auf, die wir im Zuge von Corona neu (über)denken. Die Interaktion zwischen Betrachter und Kunstobjekt durch einen Bewegungsmelder spielt mit Nähe und Abstand und deren unmittelbaren Konsequenzen in unserem Alltag, aber auch in der Produktion und Rezeption von Kunst. Die Textfetzen einer Rede der brasilianischen Dichterin Clarice Lispector entwerfen ein Zukunftsbild, das zwischen Utopie und Dystopie changiert.

 

 18. 23. August 

 

Erweiterte zugeständnisse leipzig/wien

Papillons de peur –

Schmetterlinge der Angst