Eine verlassene Forschungsstation. Der Schreibtisch ist von wilden Pflanzen überwuchert, alte Landkarten verwittern. Man erzählt sich Geschichten von fernen Ländern und packt dabei die Kisten für die nächste Forschungsreise. Geht es an den Polarkreis oder in die Tiefsee? Wie erobert der Mensch die Welt, wie holt die Natur sie sich zurück und ist die

faszinierende Vielfalt der Arten noch zu retten? Im Kapitel „Wildwuchs“ entdecken wir die Welt aus der Sicht des Leipziger Forschungsreisenden Eduard Friedrich Poeppig. Seine verlassene Forschungsstation wurde von der Natur längst zurückerobert und mitten in Leipzig neu aufgebaut.

Ein begehbarer Kubus zwischen Forschung und Fiktion. 

Ein Kooperationsprojekt von Schaubühne Lindenfels und Naturkundemuseum Leipzig

September - November 2019

Im September 2019 startete die Expedition 4x6 mit der Eröffnung des Kubus – Kapitel I „Wildwuchs“

„Herz der Finsternis“ – ein Stück nach dem gleichnamigen Buch von Joseph Conrad. Die Wildnis als Ort, an dem der europäische Narzissmus sichtbar wird. Premiere in der Schaubühne Lindenfels im Oktober 2019.

Ein Blick in den Kubus „Wildwuchs“ – die verlassende Forschungsstation des Leipziger Forschungsreisenden Eduard Friedrich Poeppig

 
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WILDWUCHS

"VERSCHWIMMT"

Hörstück aus Joseph Conrads „Herz der Finsternis“

gelesen von Nicolas Darnstädt

00:00 / 02:56

"ANGRIFF"

Hörstück aus Joseph Conrads „Herz der Finsternis“

gelesen von Nicolas Darnstädt

00:00 / 04:48

"KURTZ"

Hörstück aus Joseph Conrads „Herz der Finsternis“

gelesen von Nicolas Darnstädt

00:00 / 06:01
 
Eduard Friedrich Poeppigs (1798-1868) umfassende Sammeltätigkeit und die anschließende Aufarbeitung sind bis heute, ähnlich wie das Schaffen Alexander von Humboldts, von herausragender Bedeutung für die Wissenschaft. Auszüge aus seinen Reiseberichten.

Das A-Z des Wildwuchs. Hier finden sich alle im Rahmen des Projekts ausgerichteten Veranstaltungen, und alle Inhalte, die uns in den Bereichen von Theater und Wissenschaft beschäftigt haben und zum Prozess beitrugen. Viel Spaß beim Stöbern!

Workshop: Im Naturkundemuseum Leipzig wurde im Oktober 2019 dem Gebrauch von Landkarte und Postwegen auf den Grund gegangen. Briefe spielten für Forschungsreisende eine extrem wichtige Rolle im Kontakt zur Heimat, zum Austausch mit anderen Forschern oder auch Geldgebern. 

Kino: „Die Abenteuer des Robinson Crusoe“ von Luis Buñuel aus dem Jahre 1954 (mit den Darsteller*innen: Don O'Herlihy, Jaime Fernández, Felipe de Alba) wurde mit thematischer Einführung im November 2019 in der Schaubühne gezeigt. 

Kino: Der Regisseur Francis Ford Coppola versetzte Joseph Conrads Romanklassiker „Herz der Finsternis“ ins vom Krieg gezeichnete Vietnam des Jahres 1969. „Apocalypse Now“ wurde in der Final Cut-Version von 2019 (OmU) im Rahmen der Expedition 4x6 am 6.10. in der Schaubühne gezeigt.

Workshop: In seiner Forschung legte der Leipziger Forscher Eduard Friedrich Poeppig einen Schwerpunkt auf die artenreiche Pflanzenwelt Südamerikas. In diesem Workshop im Naturkundemuseum Leipzig im November 2019 konnten Kinder Ihr eigenes tropisches „Biotop im Glas“ entwerfen.

Von dem US-amerikanische Schriftsteller Tom Coraghessan Boyle stammt der erfolgreiche Roman „Wassermusik“ aus dem Jahre 1982. Eine der zwei parallel laufenden Geschichten des Buches behandelt die Expeditionen des historischen Afrikaforschers Mungo Park. 

1719 erschien erstmalig die Geschichte von Robinson Crusoe von Daniel Defoe. Das vielfach rezipierte Werk kann auf den historischen Seefahrer und Abenteurer Alexander Selkirk zurückgeführt werden, der seine vierjährigen Erlebnisse niederschrieb. Defoe soll ihn sogar kennengelernt haben.

Ein Jahr, vier Kapitel – innerhalb der sechs Seiten des Würfels. Die „Expedition 4x6" erforscht, wie der Mensch die Welt erobert, die Natur sie sich zurückholt und ob die faszinierende Vielfalt der Arten noch zu retten ist.

Hörspaziergang: Eine Expedition der besonderen Art erlebte das Publikum beim Hörspaziergang „der Hafen“. Im Herbst 2019 führte der Kulturkosmos Leipzig e.V. die Besucher*innen entlang des Lindenauer Hafens mit regionaler Industrie-geschichte, persönlichen Erinnerungen und modernem Tanz. 

Theater: Die Theaterproduktion der Schaubühne Lindenfels basiert auf dem gleichnamigen Weltliteraturroman von Joseph Conrad. „Marlowe, auch er eines von Nietzsches ‚klugen Tieren‘, irrt durch den kongolesischen Dschungel, auf den Fersen von Kurtz, mit dem er sich auf eine rätselhafte Weise verbunden fühlt. Die Wildnis wird zum Ort, in dem der europäische Narzissmus sichtbar wird.“ Regie: Nikolas Darmstädt, Schauspieler: Sebastian Schneider. Die Premiere war am 10. Oktober 2019.

Performance: Im Rahmen der Theaterproduktion der Schaubühne Lindenfels realisierten der Schauspieler Sebastian Schneider und der Regisseur Nikolas Darmstädt eine Performance im Wildwuchs des Kubus vor dem Naturkundemuseum im Oktober 2019.

Das Projektjahr der Kooperation „Expedition 4x6“ ist in vier thematische Kapitel unterteilt, die sich wissenschaftlich, im Theater und filmisch mit den Diskursen der Expedition auseinandersetzen. Die vier Kapitel: Wildwuchs, Polarzeit, Tiefsee und Sperrgebiet.

Stanislav Lem war Philosoph, Schriftsteller und der Autor des mehrfach rezipierten Romans „Solaris“. Neben einer unbekannten Intelligenz und der menschlichen Psyche geht es in dem 1961 erschienen Science-Fiction-Klassiker um die Beschränkung der Wissenschaft. 

Eduard Friedrich Poeppig war ein in Plauen geborener deutscher Zoologe, Botaniker und Geograph, der einer der bedeutendsten Amerikaforscher des 19. Jahrhunderts wurde. Die Errungenschaften seiner Forschungsreisen schufen die Grundlagen der naturwissenschaftlichen Sammlungen der Universität Leipzig, von denen so manches Objekt noch im Naturkundemuseum Leipzig zu finden ist. 

Workshop: Aus über hundert Jahre altem Papier aus den Archiven des Museums banden im September 2019 die jungen Archivar*innen ihr eigenes Reise- und Forschungstagebuch aus hundert Jahre altem Papier aus dem Archiv des Museums. 

„Wildwuchs“ ist der Name des ersten Kapitels der „Expedition 4x6“ und gleichzeitig Auftakt für die vierteilige Reihe der Kooperation zwischen Naturkundemuseum Leipzig und Schaubühne Lindenfels.

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